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TU Berlin

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Wissensberufe transnational: Geschlechterkulturen, Lernkulturen, Professionskulturen

For an English version, please click "English" above.

Hier finden Sie alle Informationen zur Tagung "Wissensberufe transnational",
die vom 18. bis 20. Juni 2015 an der Technischen Universität Berlin stattfindet.

1. Thema der Tagung

Der Aufstieg der „Wissensgesellschaft“ zur dominierenden Zeitdiagnose hat den öffentlichen wie den forschenden Blick auf Arbeit und Beruflichkeit verändert. Konzepte wie „Wissensberufe“ und „Wissensarbeit“ stoßen nicht nur in der Arbeitswelt, sondern auch in der Arbeits-, Berufs- und Professionsforschung auf große Resonanz. Sie sollen Transformationen der Erwerbsarbeit und der Beschäftigungsverhältnisse erfassen und verdeutlichen, dass sich der Zusammenhang von Wissen und Beruf gravierend verändert. Gleichwohl sind diese und ähnliche „Wissens“-Konzepte umstritten: Erfassen sie soziale Realitäten oder artikulieren sie eher politische und ökonomische Leitideen? Was bedeutet es konkret, dass „Wissen“ zunehmend zum Modus der Verberuflichung wird? Inwiefern ändern sich die Arbeitsformen, Berufsbilder und der soziale Status „wissensintensiver“ Berufe? Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen verschiedenen Wissensberufen können identifiziert werden? Welche Entwicklungstrends können in transnationaler Perspektive identifiziert werden?

Diese bislang kaum im Zusammenhang diskutierten Fragen bilden den Ausgangspunkt für die internationale, multidisziplinär ausgerichtete Tagung, die im Juni 2015 an der Technischen Universität Berlin stattfindet. Die Tagung nimmt den Bedeutungswandel professionellen Wissens sowie drei Dimensionen der Kultur von Wissensberufen in den Blick: die Geschlechterkulturen, die Lernkulturen und die Professionskulturen. „Kulturen“ werden dabei als in sozialen Praktiken erzeugte performative und symbolische Ordnungen verstanden, die sich verändern oder teilweise auch neu entstehen. Genauer untersucht werden sollen die Dynamik und Persistenz dieser Kulturen im Kontext des gegenwärtigen Wandels von Arbeit und Wissen.

Die Tagung zielt darauf, einen disziplinübergreifenden Austausch über aktuelle Entwicklungen in verschiedenen Wissensberufen anzuregen und eine Bestandsaufnahme der deutschsprachigen und internationalen Forschung in einem sehr dynamischen Feld vorzunehmen, das bislang noch wenig vernetzt ist. Junge wie etablierte Wissenschaftler_innen haben Gelegenheit, abgeschlossene und laufende Forschungsprojekte vorzustellen und aktuelle Ergebnisse empirischer wie theoretischer Forschung zu präsentieren und ausführlicher zu diskutieren.

2. Tagungsprogramm

Hier finden Sie das Programmheft der Tagung (PDF, 2,2 MB) (Stand: 03.06.2015) mit Zeitplan, Abstracts und weiteren praktischen Informationen sowie die englische Version des Programmheftes (PDF, 2,3 MB) zum Download. Teilnehmer_innen erhalten zu Beginn der Tagung eine gedruckte Fassung des Programmhefts.

HAUPTVORTRÄGE / KEYNOTES

Donnerstag, 18. Juni 2015, 16.30 Uhr, Hauptgebäude, Raum H 3005

Tara Fenwick (University of Stirling, UK): Imitation Games. Knowledge, Professions, and Complex Futures

Professional knowledge and practice in all fields is being transformed by two interlocking forces: the ‘big data’ deluge, and the software algorithms that are collecting, comparing, and calculating data to make diagnoses, predictions and even decisions. Some critics have been raising alarm about this virtual imitation of professional service. Others call attention to the wide reaching and accelerating consequences of big data and software code, claiming that we – professionals, researchers, policy makers and the public – are just beginning to realise the enormous challenges they are producing. This presentation aims to set out the key issues particularly relevant to professional practice posed by big data and software code. It begins by outlining definitions, forms and examples of these digital dynamics in fields such as health care, education, law and human resource management. It poses critical questions for researchers and educators about new forms of professional knowledge being generated in and with new data analytics, and asks what these mean for changing professional responsibility in complex futures. It concludes by suggesting implications of these issues for professional learning and education.

Freitag, 19. Juni, 9.00 Uhr, Marchstr. 23, Raum MAR 0.011

Susanne Ihsen (Technische Universität München): Gender-, Lern- und Arbeitskulturen in den Ingenieurwissenschaften – Ambivalenzen zwischen „business case“ und Veränderungsresistenzen

Der Ingenieurberuf in Deutschland gilt traditionell als ein nach außen verschlossenes System, als unverständlich, eigenbrötlerisch, als klassische Männerdomäne. Doch seit Beginn des 21. Jahrhunderts sind zwei Argumentationslinien zu identifizieren, aus denen sich eine Veränderungsdynamik in der Eigen- und Fremdwahrnehmung der Ingenieurwissenschaften erkennen lässt:

  • Der demografische Wandel, eine eher interdisziplinäre Ausrichtung technischer Forschung und die zunehmend öffentliche Rolle der Ingenieurwissenschaften in der gesellschaftlichen Entwicklung rücken die ökonomischen und politischen Dimensionen in den Blick.
  • Der Diversity-Ansatz, der davon ausgeht, dass sich Prozesse von der Entwicklung bis zur Vermarktung verändern, wenn sich vielfältig zusammengesetzte Teams mit der Gestaltung von Technik befassen, definiert einen qualitativ veränderten Anspruch an technische Forschung und Entwicklung.

Dennoch zeigt, trotz diverser Veränderungsansätze und steigenden Anteilen von Studentinnen und Ingenieurinnen, die traditionelle Fachkultur noch immer Veränderungsresistenzen bei der professionellen Integration insbesondere von Frauen. Die Hauptthese des Vortrags lautet deshalb, dass die ingenieurwissenschaftliche Fachkultur in Deutschland von einer stark differenzorientierten Wahrnehmung gekennzeichnet ist, die gender- und diversitysensible Veränderungen in den Lern- und Arbeitskulturen zwar nicht mehr verhindert, aber in die traditionelle Fachkultur zu vereinnahmen versucht. Diese Ambivalenz zwischen Zukunftsorientierung und Tradition wird als gestaltbarer Konflikt beschrieben.

Freitag, 19. Juni 2015, 15.00 Uhr, Marchstr. 23, Raum MAR 0.011

David James (Cardiff University, UK): Towards a dynamic view of professional practice, knowledge and identity 

Both long-established and more recent sociological formulations offer ways in which to appreciate the economic, social and occupational location of professions and professional work. There is also important work giving insights about the nature of professional knowledge and how it operates. What is often more difficult to see is the relationship between such understandings and the day-to-day practices and lived identities of professionals. In this presentation, I want to suggest that professional practice and identity are most helpfully understood relationally, as the intersection of biography and current circumstances. To do this, I will introduce the concept of a learning culture. Drawing upon Bourdieu, Dewey and on aspects of situated learning theory, this was originally developed in a research project that I co-directed on teaching and learning in the Further Education sector in England. I will try to illustrate the concept’s utility for achieving a dynamic view of professional practice, knowledge and identity and its potential to be adapted and applied in new settings.

Samstag, 20. Juni 2015, 9.00 Uhr, Marchstr. 23, Raum MAR 0.011

Ulrich Bauer (Technische Universität Graz): Das Berufsbild des Wirtschaftsingenieurs im kulturellen Kontext

Hinter dem Berufsbild des Wirtschaftsingenieurs steht eine interdisziplinäre Ausbildung und ein breites Berufsfeld, das sich in den letzten Jahrzehnten zu einem Erfolgsmodell entwickelt hat. Der Beitrag beschreibt die Besonderheiten des Berufsbildes und arbeitet die dahinter stehende Professionskultur heraus. Dabei wird auf die Bedeutung von Kultur im beruflichen Alltag eingegangen. Die bisherige Beschäftigungsfähigkeit von Wirtschaftsingenieuren ist hoch und zeigt, dass die Kompetenzen den Bedürfnissen der Praxis gut entsprechen. Es wird aufgezeigt, welche Kompetenzen sowohl aus Sicht von Absolvent/inn/en eines Wirtschaftsingenieurstudiums als auch von Arbeitgeber/inne/n benötigt werden, um diese hohe Employability zu erreichen. Schließlich werden Entwicklungstrends für Wirtschaftsingenieure skizziert sowie die Konsequenzen für die Wirtschaftsingenieurausbildung an Universitäten und Hochschulen dargestellt.

3. Tagungsort, Anreise und Unterkunft

Die Tagung "Wissensberufe transnational" findet an der Technischen Universität (TU) Berlin statt. Orientierung auf dem Campus der TU erleichtert der Campusplan. Tagungsort am Freitag, dem 19. Juni, und am Samstag, dem 20. Juni, ist das Gebäude in der Marchstraße 23, 10587 Berlin (auf dem Plan: MAR) der TU Berlin.

Anreise

Informationen zur Anreise an die TU Berlin finden Sie hier.

Informationen zu Öffentlichen Verkehrsmitteln finden Sie unter:

Unterkunft

Bitte buchen und zahlen Sie Ihre Unterkunft selbst. Es gibt eine große Auswahl von Unterkünften in Berlin. Trotzdem lohnt es sich, früh zu buchen und Preise zu vergleichen.

4. Tagungsgebühr und Überweisung

Tagungsgebühr
Frühe Anmeldung
(bis 15. Mai)
Späte Anmeldung
(ab 16. Mai)
Reguläre Teilnahmegebühr
50 Euro
70 Euro
Ermäßigte Teilnahmegebühr (für Vortragende, Studierende, Promovierende und Wissenschaftliche Mitarbeiter auf 50%-Stellen)
25 Euro
35 Euro


Bitte überweisen Sie die Teilnahmegebühr auf folgendes Konto:

Bankverbindung
Konto-Inhaber
Technische Universität Berlin
Name der Bank
Berliner Volksbank
IBAN
DE69 1009 0000 8841 0150 03
BIC
BEVODEBB
Verwendungszweck
31/11120/31341100 - Wissensberufe transnational - [Ihr Name]

Bitte stellen Sie sicher, dass diese Informationen genau wie angegeben auf der Überweisung erscheinen.

Bitte geben Sie Ihren Namen auch im Verwendungszweck an. Dies hilft uns, Ihre Zahlung zuzuordnen.

Bitte helfen Sie uns, indem Sie die Gebühren bei Auslandsüberweisungen selbst übernehmen. Herzlichen Dank!

5. Anmeldung / Registrierung

Anmeldung für die Tagung "Wissensberufe transnational"
Bitte geben Sie Ihre Daten hier ein, um sich für die Tagung anzumelden.

Titel:

Bitte geben Sie hier die Rechnungsadresse für Ihre Anmeldung ein.

WICHTIG: Die Rechnungsadresse muss dem Kontoninhaber gehören, von dessen Konto die Teilnahmegebühr überwiesen wird. Zahlt eine Institution die Teilnahmegebühr, so muss deren Adresse angegeben werden.

Bitte wählen Sie aus:

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Die ermäßigte Tagungsgebühr ist für Vortragende, Studierende, Promovierende und wissenschaftliche Mitarbeiter_innen auf 50%-Stellen vorgesehen.

Hiermit melden Sie sich verbindlich für die Tagung "Wissensberufe transnational" an. Sie erhalten in den nächsten Tagen eine Rechnung mit Details zur Bezahlung der Teilnahmegebühr. Bitte beachten Sie, dass Ihre Anmeldung erst nach Eingang Ihrer Zahlung abgeschlossen ist. Nach Zahlungseingang erhalten Sie per E-Mail eine Anmeldebestätigung.

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